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Mitgliederversammlung: Der HSV braucht Veränderung 2.0

Nachfolgend dokumentieren wir einen Text der Initiative Unser HSV:
Rund neun Monate nach der letzten Mitgliederversammlung des HSV, findet am kommenden Mittwoch, den 22.06.2022 die nächste ordentliche Mitgliederversammlung unseres Vereins statt. Gleichlautend zum letzten Jahr könnte auch der Titel dieses Textes nicht passender sein – der HSV braucht Veränderungen, und zwar weitreichendere als die bisher vorgenommenen. Gerne möchten wir an dieser Stelle nochmal ausdrücklich auf die DFL Taskforce Zukunft Profifußball mit ihrem Ergebnisbericht hinweisen. Außerdem bieten die Initiativen „Unser Fußball“ sowie „Zukunft Profifußball“ viele Anregungen für einen Fußball von morgen.
Die notwendigen Veränderungen beim HSV betreffen jedoch nicht nur den HSV e.V. oder die HSV Fußball AG samt aller Gremien, Vorstände, Mitarbeiter*innen sowie Sponsoren & Partner, sondern uns alle – Mitglieder, Ehrenamtliche, Fans & Sympathisanten. Es ist an der Zeit den Fußball und den HSV neu zu denken!
Sommer 2021 war für uns der Startschuss den Veränderungsprozess beim HSV mit anzuschieben, zu begleiten und zu beobachten. Beispielsweise wurden von zwei Mitstreitern unserer Initiative Anträge zum Thema Rechtsform und Nachhaltigkeit eingereicht. Gerne hätten wir euch an dieser Stelle zu beiden Anträgen mehr Einblicke gegeben, aber leider gibt es zu beiden Projekten nach mehreren Monaten keine konkreten Ergebnisse. Hier hätten wir uns im Herbst letzten Jahres mehr Dynamik gewünscht. Im August werden wir uns, dann 12 Monate nach Antragsstellung, an dieser Stelle mit einem Zwischenfazit ausführlicher melden.
Anders als bei den beiden Anträgen ist im HSV-Kosmos seit der letzten Mitgliederversammlung durchaus einiges passiert. Ein Vorstandsmitglied hat den HSV verlassen, der Aufsichtsrat wurde reformiert und aus deren Personenkreis ein neuer Vorstand interimsweise entsandt. Zudem wurden neue Sponsoren akquiriert, Partnerschaften geschlossen und auch im sportlichen Bereich zeigte der HSV ein anderes Gesicht. Nachdem der Aufstieg in der Relegation knapp verpasst wurde, verfällt der HSV in diesem Sommer anscheinend nicht in alte Verhaltensmuster, sondern versucht sein Grundgerüst Saisonübergreifend zu halten. Vergleichen wir jedoch den HSV heute mit dem vor zwei Jahren, so scheint in vielen strukturellen Bereichen die Entschlossenheit zu fehlen, den HSV authentisch und ernsthaft verändern zu wollen. An dieser Stelle würden wir gerne an die Texte des Förderkreis Nordtribüne e.V. aus dem November 2020 erinnern. Dort wurden bereits viele Anregungen zu den Themen Gesellschaftliche Verantwortung, Einfluss von Investoren und Nachhaltiges Wirtschaften gegeben und kritisch Stellung bezogen.
Um beim HSV den Veränderungsprozess seit der letzten Mitgliederversammlung genauer einzuschätzen, fehlt jedoch an manchen Stellen die Transparenz. Wir hätten uns sehr gewünscht, dass das Programm „Vereint 2025“ vom Präsidium auf den Kanälen des HSV veröffentlicht worden wäre, um die bisherigen Vorgänge und weitere mögliche Schritte besser einordnen zu können. Viele der geplanten Maßnahmen, Neuordnungen und Prozesse bleiben bisher offen. Beispielsweise ist bisher weder die Rolle des Expertengremiums bekannt, noch deckt der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG alle notwendigen und angekündigten Kompetenzen ab. Wir erinnern uns, dass sich das Präsidium auf der letzten Mitgliederversammlung dafür aussprach, im AG-Aufsichtsrat alle relevanten Kompetenzen und Interessen (z.B. Finanzen, Marketing, Recht, Nachhaltigkeit und vor allem aber Fankultur) abzudecken. Welche Kompetenzen im Einzelnen durch wen abgedeckt werden und an welchen Stellen diese grundsätzlich gute Idee noch nicht umgesetzt wurde, können wir mangels Unterlagen zu „Vereint 2025“ nicht endgültig bewerten, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Trotzdem stellen wir gegenwärtig fest, dass die angekündigte Kompetenz Fankultur weiterhin im Aufsichtsrat nicht abgedeckt wird.
Gleichwohl erkennen wir beim derzeitigen Präsidium ein konsequentes Bestreben den HSV zu reformieren, was auch uns nicht verborgen bleibt und was wir durchaus anerkennen. Wenn Barrieren weiter aufgebrochen und Synergien genutzt werden, können wir gemeinsam noch viel bewegen.
Zum Schluss würden wir gerne noch inhaltliche Einschätzungen zur kommenden Mitgliederversammlung abgeben. Auf der Tagesordnung finden sich nämlich ein paar durchaus interessante Anträge wieder.
Durchaus irritiert haben wir den Antrag von Rainer Ferslev aufgenommen. Dieser beantragt, die Umwandlung der AG in eine KgaA nach Vorbild des BVB vorzubereiten und einzuleiten, um nächstes Jahr ein fertiges Konzept zu haben, über das dann abzustimmen wäre. So sehr wir auch die Bemühungen und das Interesse an einer strukturellen Reform begrüßen, so wenig können wir diesen Antrag verstehen mit Blick und Verweis auf die tagende Arbeitsgruppe zum Thema neue Rechtsform der HSV Fußball AG. Wir haben auf der vergangenen Mitgliederversammlung beantragt, dass eine Arbeitsgruppe die jetzige Struktur mit möglichen Alternativen vergleichen und prüfen möge, ob es besser geeignete Rechtsformen gibt.
Wir appellieren hier eindringlich, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abzuwarten und eine ergebnisoffene Debatte zu ermöglichen. Dem Antrag von Herrn Ferslev zuzustimmen, würde bedeuten, sich bereits auf eine konkrete Rechtsform festzulegen, indem diese vorbereitet werden soll, noch bevor es Erkenntnisse aus der Arbeitsgruppe dazu geben konnte. Zu erwähnen hierbei ist noch, dass ein KgaA-Antrag bereits in Vergangenheit in ähnlicher Form eingereicht wurde, aber keine Mehrheit erzielen konnte. Zusätzlich hat das überstürzte 1:1-Kopieren der Rechtsform und -struktur erfolgreicher Vereine bereits in der Vergangenheit zu tiefen Gräben und Zwietracht in der Mitgliedschaft geführt. Eine Wiederholung von 2014 wollen wir unbedingt vermeiden und die beste Rechtsform für unseren HSV finden, unabhängig von anderen Vereinen. Diesen Antrag lehnen wir demzufolge ab und plädieren dafür, nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen zu wollen.
In dem Antrag von Herrn Hunke, den Verkauf weiterer AG-Anteile an die Ligenzugehörigkeit zu koppeln, sehen wir das Bemühen, im Falle eines weiteren Anteilsverkaufes einen möglichst guten Preis zu erzielen. Grundsätzlich stehen wir Anteilsverkäufen kritisch gegenüber, besonders an Einzelpersonen in Kombination mit der Vergabe von Posten und Ämtern. Demnach finden wir es zwar gut, wenn die Hürden für Anteilsverkäufe erhöht werden sollen. Allerdings setzt Herr Hunke mit seinem Antrag gewissermaßen voraus, dass die AG als Rechtsform erhalten bleiben wird. Wir verweisen erneut auf die Arbeitsgruppe, die 2021 von der Mitgliedschaft beauftragt wurde, die Rechtsform zu prüfen. Abschließend möchten wir Zweifel an der rechtlichen Grundlage äußern, die vermutlich auch die Verbindlichkeit eines solchen Antrag aufweichen würde, sodass wir uns auch gegen diesen Antrag aussprechen.
Auch wenn wir mit einigen gestellten Anträgen inhaltlich nicht übereinstimmen, so freut es uns dennoch, dass der HSV auf die Menschen und aktiven Mitglieder nach wie vor eine Faszination ausübt und auch weiter die Menschen von nah und fern bewegt. Umso unverständlicher ist für uns, dass die Mitgliederversammlung, immerhin höchstes Organ unseres Vereins, auf einem Mittwochabend stattfindet. Die misslungene Ansetzung dürfte dazu beitragen, dass die Zahl der anwesenden Mitglieder einen Tiefstand erreichen könnte. Die oft vom HSV beschriebenen Attraktivitätssteigerung der Mitgliederversammlung wird so garantiert nicht erreicht – Ganz im Gegenteil: Die aktive Teilnahme an der MV wird dadurch erschwert. Das Argument, dass es keine andere Möglichkeit gegeben habe, können wir in Anbetracht des jährlich stattfindenden Termins überhaupt nicht nachvollziehen. Wir hoffen, dass diese Ansetzung einmalig bleibt und dass künftige Mitgliederversammlungen wieder wie gewohnt an einem Wochenendtermin stattfinden.
Kommt alle zur Mitgliederversammlung am 22.06.22, sie ist das höchste Organ im HSV!
Initiative Unser HSV im Juni 2022

20. März – Fußball für alle!

Die Nachrichten in Sachen Corona haben sich in den letzten Wochen wieder einmal überschlagen. Ab dem 20. März sollen alle „tiefgreifenden“ Corona-Maßnahmen fallen – wie immer gibt es also ein Hintertürchen und das ist nach dem bisherigen Pandemieverlauf auch durchaus verständlich.
Wir wissen heute noch nicht, wie die Lage in den nächsten Wochen und Monaten sein wird. Wir verstehen die Ankündigungen aus der Politik allerdings so, dass die meisten Einschränkungen bald fallen. Das heißt für uns: Wir gehen davon aus, dass auch beim Stadionbesuch wieder Normalität einkehrt. Die Einschränkungen der vergangenen Monate dürfen die Pandemie nicht überdauern. Die letzten zwei Jahre Fußball waren alles, nur nicht unsere Normalität und dürfen auch niemals dazu werden!
An dieser Stelle nehmen wir deshalb die Verbände und Funktionäre in die Pflicht. In den letzten zwei Jahren haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber stetig beteuert, wie wichtig Fans für den Fußball sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich ebenfalls für einen Fußball ohne Einschränkungen auf allen Ebenen einzusetzen. Dies bedeutet:
• Volle Auslastung der Stadien inklusive der Stehplätze
• Keine Zutrittsbeschränkungen
• Keine Maskenpflicht unter freiem Himmel
• Keine personalisierten oder digitalen Tickets
• 10 % Gästekontingent
• Keine Kompensation der Verluste der Pandemiezeit durch Preiserhöhungen für das           Stadionpublikum
Das wäre ein nachhaltiger Schritt für alle Stadionbesucher!
Während sich der Stadionbesuch wieder normalisiert, ist das System des Profifußballs weiterhin kaputt. Deshalb erinnern wir noch einmal an unsere Forderungen für einen nachhaltigeren Fußball, die sich seit Beginn der Pandemie nicht verändert haben. Wir fordern:
 • Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder!
 • Verpflichtende Bildung von Rücklagen, um künftige Krisen besser überstehen zu können!
 • Erhalt der 50+1-Regel und ein Ende von Finanzdoping!
 • Gehalts- und Transferobergrenzen!
 • Beschränkung der Einflüsse der Spielerberater!
 • Obergrenzen für Spielerkader!
Groß waren vor zwei Jahren die Lippenbekenntnisse. Groß war die vermeintliche Demut in der finanziellen Not. Verändert hat sich bislang nichts.
Der Fußball braucht Veränderungen. Der Stadionbesuch muss fanfreundlich sein.
Jetzt seid ihr dran: Lasst den Worten Taten folgen.
Fußball für alle!
Die Fanszenen Deutschlands im März 2022

Stolpersteine Rothenbaum

Moin Nordtribüne, moin HSV-Fans,

an dieser Stelle möchten wir euch einmal auf die heute gestartete Spendenaktion der Gruppe Forza Hamburg hinweisen. Gesammelt wird für die Stolpersteine von Opfern des NS-Regimes rund um das alte Stadion am Rothenbaum. Weitere Informationen über die Spendenaktion findet ihr im folgenden Flyer. Den weiteren Verlauf der Spendenaktion könnt ihr zudem auf forza-hamburg.de verfolgen.

Gemeinsam die Betroffenen der Flutkatastrophe unterstützen

In den letzten Tagen wurde uns wieder einmal bewusst, wie unwichtig Fußball sein kann und wie wichtig Solidarität ist. Viele Menschen haben in den letzten Tagen nicht nur enorme materielle Verluste erlitten, sondern auch geliebte Menschen verloren. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei ihnen und wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft.

Solidarität und Hilfestellung können Kraft geben und von daher rufen wir gemeinsam dazu auf, Hilfsbündnisse wie das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und Aktion Deutschland Hilft mit Spenden zu unterstützen. Dort sind bereits entsprechende Strukturen vorhanden, damit die Hilfe auch dort ankommt, wo diese gerade am dringendsten benötigt wird.

Gleichzeitig wollen wir allen Helferinnen und Helfern, die gerade ehrenamtlich und unermüdlich in den betroffenen Gebieten helfen, unsere tiefste Dankbarkeit aussprechen.

Dieser Dank gilt auch den zahlreichen Initiativen von HSV Fans aus den Regionen, die auf eigene Faust bereits Spenden sammeln und direkt Unterstützung angeboten haben. Sollte auch Euer Fanclub Aktionen ins Leben gerufen haben, welche wir unterstützen können, dann meldet Euch gerne unter supporters@hsv.de bei uns.

HSV e.V.

HSV Supporters Club

HSV-Fanprojekt

HSV Bereich Fankultur

Förderkreis Nordtribüne e.V.

im Juli 2021

Statement der aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

Moin HSV-Fans,

eine weitere Saison in der wohl spannendsten 2. Bundesliga aller Zeiten liegt unmittelbar vor uns. Auch wegen des schmerzhaften Ausgangs der letzten Spielzeit wollen wir als aktive Fanszene ein paar Worte an Euch richten, um geschlossen hinter der Mannschaft zu stehen, sobald der Ball wieder rollt.

Wir wollen an dieser Stelle keine Zweifel aufkommen lassen, dass für uns in dieser Spielzeit allein der Einsatz für unsere Stadt und unseren Verein an erster Stelle steht. Der sportliche Erfolg im Sinne eines Aufstiegs in die Bundesliga bleiben für uns nach den zahlreichen Umbrüchen der vergangenen Jahre zweitrangig. Gerade weil der Boulevard auch in diesem Jahr keine Gelegenheit auslassen wird, den Aufstieg als Ziel zu benennen, ist es dabei auch unsere Pflicht, mit der sportlichen Erwartungshaltung auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und der jungen Mannschaft nicht eine noch schwerere Last aufzubürden.
Wir wollen vielmehr endlich wieder eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die 90 Minuten und 34 Spiele lang zeigt, dass sie stolz darauf ist, für unseren Hamburger Sport-Verein auf dem Rasen zu stehen. Nur das zählt am Ende!

Nach den enttäuschenden Auftritten in den letzten Spielzeiten erwarten wir daher vor allem, dass wir in diesem Jahr auch in sportlicher Hinsicht wieder als Nummer Eins der Stadt aus der Saison gehen. Mit den mutlosen Auftritten in den beiden wichtigsten Spielen der Saison muss endlich Schluss sein. Es ist daher aber auch unsere Aufgabe, in der Stadt eine weit über die aktive Fanszene hinausgehende blau-weiß-schwarze Euphorie zu erzeugen, die unsere Mannschaft durch derartig wichtige Spiele trägt.
Zudem steht außer Frage, dass wir auch gegen die Hamburg-Hasser von der Weser zwei Auftritte erwarten, die keine Zweifel daran lassen, dass man den Platz als Sieger verlassen will. Nachdem man sich dort in den letzten Jahren wohl etwas zu sehr in der Schadenfreude über unser sportliches Abschneiden gesuhlt hat, können wir in dieser Spielzeit endlich wieder zeigen, dass es – wie schon die Terminierung des ersten Spieltags zeigt – im Norden nur einen relevanten Verein gibt.

Auch wenn wir als aktive Fanszene erst wieder im Stadion auftreten werden, wenn keinerlei pandemiebedingte Beschränkungen unseren Stadionalltag beeinträchtigen, werden wir auch außerhalb der Stadien unser Bestes geben, die Mannschaft zu unterstützen, um diese Spielzeit so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Der Mannschaft haben wir in einem persönlichen Gespräch bereits unseren Rückhalt ausgesprochen und werden diesen Weg gemeinsam bis zum Schluss gehen.

Gemeinsam für Stadt und Verein. Auf geht’s HSV!

Die aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg