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Stellungnahme der Castaways zu der Genehmigung von Geisterspielen

Geisterspiele – und jetzt?

Die Politik hat grünes Licht gegeben und damit stehen uns genau wie vielen anderen Fußballfans in ganz Europa endgültig Geisterspiele bevor. Warum wir Geisterspiele ablehnen und welche Änderungen wir für das kranke System Profifußball fordern, haben wir mit der auch von uns unterstützten Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands bereits deutlich gemacht. Darum wollen wir auf diesen Aspekt hier nur kurz zu sprechen kommen und legen stattdessen die Lektüre der zuvor genannten Stellungnahme nahe. Seit Jahren werden im Fußball unter dem Motto „höher, schneller, weiter“ Geldsummen jenseits unserer Vorstellungskraft bewegt. Nach gerade mal zwei Monaten ohne Spielbetrieb stehen jetzt Medienberichten zufolge diverse Vereine bereits vor der Pleite und das gesamte System vor dem finanziellen Kollaps. Daher soll ohne Rücksicht auf Gesundheit der Beteiligten der Spielbetrieb fortgesetzt werden. Der Plan der Taskforce der DFL offenbart dabei die ganze Perversion dieser Machenschaften. Es ist schlichtweg nicht eingeplant, dass Spieler oder Trainer während des laufenden Spielbetriebs positiv auf das Coronavirus getestet werden könnten. Das Beispiel von drei infizierten Spielern des 1. FC Köln zeigt dies sogar noch deutlicher auf: Es wird einfach weiter in Grüppchen trainiert. Dass eine Grüppchenbildung im laufenden Spielbetrieb nicht mehr möglich ist und mindestens zwei komplette Mannschaften inklusive deren Familien unter Quarantäne gestellt werden müssten, scheint dabei als Kollateralschaden hingenommen zu werden – Ein Opfer, das die Beteiligten eben bringen müssten. Darüber hinaus wird die DFL nicht müde zu betonen, dass deutschlandweit ausreichend Testkapazitäten zur Verfügung stehen. Dass aber in gesellschaftlich weit bedeutenderen und zugleich unterbezahlten Bereichen wie Pflege oder Betreuung keine flächendeckenden Tests möglich zu sein scheinen, während ausgerechnet finanziell privilegierte Sportprofis wöchentlich getestet werden sollen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Der allergrößte Teil unserer Gesellschaft handelt verantwortlich und schränkt sich selbst seit mehreren Wochen massiv ein, parallel dazu setzt der Profifußball in Form von DFB und DFL alles daran, den Geldfluss am Laufen zu halten und sich und sein offensichtlich krankes System am Leben zu halten.
Trotz alledem müssen natürlich auch wir uns jetzt damit auseinandersetzen wie wir in den kommenden Wochen und Monaten mit den Geisterspielen umgehen.
Zunächst möchten wir daher an die Vernunft und die soziale Verantwortung aller HSV-Fans appellieren. Bringt euch und eure Mitmenschen nicht in Gefahr, indem ihr die Spiele in größeren Gruppen in den Wohnzimmern unserer Stadt verfolgt oder euch gar rund um das Stadion versammelt. Es ist schlimm genug, dass die DFL die Gesundheit von Spielern, Trainern, Betreuern, Physiotherapeuten und deren Familien gefährdet, damit sie ihrer Profitgier wieder freien Lauf lassen können. Spielt dieses Spiel bitte nicht auch noch mit!
Mit der Entscheidung für Geisterspiele hat sich die DFL und das gesamte System Profifußball endgültig zu dem bekannt, was vielen Fans seit Jahren bewusst ist: Aus den Übertragungsrechten in der ganzen Welt generiertes Geld ist wichtiger als Fans im Stadion. Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass der Reiz und auch der Erfolg des Fußballs nicht nur aus dem Spiel selbst, sondern vor allem auch aus dem sozialen Miteinander rund um die Spiele erwachsen sind. Fußball ohne Fans ist nichts.
Wir können die Geisterspiele nicht verhindern, aber wir werden kein bisschen dazu beitragen, diesen Spielen einen positiven Rahmen zu verleihen. Wenn die Verantwortlichen Geisterspiele wollen, dann sollen sie diese auch in ihrer reinsten Form bekommen. Die Stehplätze in grau statt mit Fahnen in unseren Farben und die Stille so laut, dass es das ganze Spiel verändert. Wer Fans nur vor den Fernsehern in Kauf nimmt, damit der Rubel rollt, der wird mit den Folgen leben müssen. Es ist blanker Hohn, dass die DFL die Vereine ermuntern wollte, das Aufhängen von Bannern im Stadion zu ermöglichen. In Deutschland und auch in unserer Fanszene gibt es eine jahrzehntelange Zaunfahnenkultur. Seit jeher repräsentieren die Zaunfahnen Menschen, die hinter ihrer Fahne auf der Tribüne stehen oder sitzen und ihrem Verein die Daumen drücken und ihn unterstützen. Ein Banner im leeren Stadion ohne die zugehörigen Menschen dahinter verfehlt daher seinen Sinn und ist für uns kein Zeichen einer lebendigen Fankultur.
Ferner begrüßen wir, dass sich unser Verein zur Fankultur bekennt und in verschiedenen Gesprächen zugesichert hat, auf sämtliche Simulation von Fankultur zu verzichten. Das beinhaltet auch mögliche „Geisterchoreografien“ von Marketingagenturen, Pappfiguren, die abwesende Fans symbolisieren sollen und vor allem eine gewisse „Fan-App“, mit der per Knopfdruck vom Sofa „applaudiert“, „gesungen“ und „gejubelt“ werden kann.
Den öffentlich kommunizierten Vorstoß der Mannschaft und des Trainerteams, zugunsten des Vereins und seinen Angestellten auf Teile des Gehalts zu verzichten, begrüßen wir ausdrücklich und wünschen uns, dass diesen Worten bald Taten folgen.
Über all das hinaus behalten wir uns vor, unseren Protest in kreativer Art und Weise weiter nach außen zu tragen. Auch und gerade dann, wenn wir selbst nicht ins Stadion gehen können. Wir sind nur nicht so blöd, dabei unsere und die Gesundheit anderer aufs Spiel zu setzen.
Das System Profifußball gehört weiter in Quarantäne.
Ans Herz legen möchten wir euch allen nochmal die Kampagne „HSVer für Hamburg“. Unterstützt andere HSVer dabei, gut durch die Krise zu kommen.
Zu guter Letzt hoffen natürlich auch wir, dass die Mannschaft die kommenden Spiele auch ohne den vielzitierten „zwölften Mann“ erfolgreich bestreitet. Gebt alles und kämpft für die Raute auf den Trikots, die ihr tragt!
Castaways (Mai 2020)

Tankstellen-Talk am 29.04.2020

Liebe HSV´er,
wir vom Team Tankstelle hoffen, dass es Euch geht und Ihr und Eure Lieben den Alltag meistern könnt. Da natürlich auch unser liebstes Hobby massiv durch die Corona-Krise beeinflusst wird, steht der nächste Tankstellen-Talk am kommenden Mittwoch, 29.04.2020 um 18:87, komplett im Zeichen dieser Krise. Die Fragen, wie es auf dem Rasen und den Rängen weitergeht hätten wir natürlich auch gerne persönlich mit unseren Gästen und dem Publikum diskutiert. Leider ist dies aus den bekannten Gründen weder in unserer Tankstelle, noch im Stadion, auf der Tribüne oder an einem anderen Ort ohne massiven Aufwand physisch möglich.
Wichtig ist für uns aber dennoch, dass wir weiterhin im Austausch bleiben und werden daher (hoffentlich einmalig) eine virtuelle Talkrunde anbieten. Hier schon vorab ein großes Dankeschön an die Talk-Kollegen der „Rautenperle“ für den technischen Support und den Hamburger SV, bei dem grade in dieser Zeit die Entscheidungsträger sehr viel richtig machen.
Uns ist es trotz der Umstände dennoch wieder gelungen, Euch eine richtig gute Gästerunde anbieten zu können:
Christian Pletz: Leiter Kommunikation und Medien beim Hamburger SV.
Ole Schmieder: Fanprojekt Hamburger SV.
Marcus „Scholle“ Scholz: Freier Sportjournalist aus Hamburg (und HSVer!)
Die Info über die entsprechenden Kanäle, welche Euch den Tankstellen-Talk nach Hause oder auf das Handy bringen, folgt kurzfristig.
Vielen Dank für Euer Interesse und die gelebte Solidarität in unserem HSV-Umfeld
Bleibt gesund und stabil sagt Euer Team vom Sportpub Tankstelle.

Die Fanszenen Deutschlands nehmen Stellung

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

-Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren.

-Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden.

-Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner – und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.

-Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben.

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

Fanszenen Deutschlands im April 2020

Castaways Ultras informieren

Nachfolgend dokumentieren wir einen Text aus dem Möwenschiss der Castaways, der sich mit der aktuellen Gesundheitslage beschäftigt. Wir bedanken uns für die Bereitstellung des Textes.

Moin HSVerinnen und HSVer!

Normalerweise hätten wir euch an dieser Stelle die neuen Fotos des letzten Spieltags zur Verfügung gestellt. Doch was ist in solchen Tagen schon noch „normal“? Der Ausbruch und die rasende Verbreitung des CoVid-19-Erregers und des Corona-Virus‘ stellen unseren Alltag auf den Kopf.

Wie geht’s jetzt mit dem HSV weiter?

Auch wenn sich an dieser Stelle alles um die Raute dreht, sind Tabellenplätze und Torverhältnisse im Moment völlig egal. Aus Fan-Sicht war die Unterbrechung der Saison auf jeden Fall das richtige Signal, das leider viel zu spät kam. Wir schließen uns den Forderungen aus Dortmund, München und anderen Kurven an: Geisterspiele sind keine Option – Fußball nur mit Fans!

Was können wir tun?

Es ist unser Selbstverständnis, dass ein solidarisches Miteinander innerhalb der HSV-Familie – aber auch genauso über die Raute hinaus – zu unserem Fan-Sein gehören. Diesem Selbstverständnis und unserer gesellschaftlichen Verantwortung wollen wir gerecht werden. Deshalb haben wir im Folgenden neben dem selbstverständlichen Händewaschen ein paar nützliche Punkte zusammengetragen, mit denen ihr helfen und euch engagieren könnt, ohne euch oder andere zu gefährden:

1) Bleibt zuhause. Klingt zu einfach, um wirklich nützlich zu sein. Doch erscheint gerade das als das Bestmögliche. Noch nie war es so leicht, zu helfen. Nichtstun und das optimalerweise auf der eigenen Couch. Hinterfragt euch, ob körperliche Nähe (Umarmungen, Händedruck usw.), Menschenansammlungen und Veranstaltungen, wirklich sein müssen. Oder ob es nicht auch ohne geht.

2) Denkt an eure Mitmenschen. Wenn euch die Decke auf den Kopf fällt oder dringende Erledigungen anstehen und ihr eure eigenen vier Wände verlassen müsst: Hört euch um, wer Hilfe benötigt! Sei es bei Einkäufen, Behördengängen, Kinderbetreuung oder Haustierpflege: Der Bedarf ist vielfältig und wenn ihr ohnehin los müsst, könnt ihr euch bestimmt zusammentun. Entsprechende Formulare und Netzwerke kursieren im Internet. Wegen der genannten Gründe sowie der bereits funktionierenden Netzwerke, haben wir als Gruppe uns gegen ein eigenes Netzwerk für Hilfeleistungen entschieden und appellieren, sich bereits aktiven Netzwerken anzuschließen, jedoch grundsätzlich den meisten sozialen Kontakt auf ein Minimum einzuschränken.

3) Spendet Blut. Obwohl Veranstaltungen aller Art abgesagt wurden. Denn anders als ein Kneipenabend oder ein Konzertbesuch hat das Ganze einen guten Zweck und rechtfertigt das Rausgehen allemal. Die Zahl der Blutspenden ist im alljährlichen Grippetief, welches durch das Auftreten von Corona nochmal deutlicher ausfällt. Den drohenden Engpässen können wir gemeinsam entgegentreten. Manche Blutkonserven sind nur wenige Tage haltbar und die Spendenempfänger sind auf regelmäßige und „frische“ Spenden von gesunden Leuten angewiesen. Beim Spenden trifft man ohnehin nur gesunde Leute – alle anderen werden ihrer Verantwortung gerecht und gehen gar nicht erst los. Wer sich unsicher ist, ob er nun spenden darf oder nicht, informiert sich vorher bei der DRK-Blutspende-Hotline unter: 0800 1194911 https://www.blutspendedienst-west.de/mag…irus-sars-cov-2

4) Prüft, was ihr lest. Erst recht, was ihr teilt. Was nun wirklich niemandem hilft, ist Hysterie oder Panikmache aufgrund von Halbwissen und Unwahrheiten. Schaut euch beim Robert-Koch-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) um. Dort werden häufig gestellte Fragen aufgegriffen und beantwortet. Zu finden unter: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Beim Enttarnen von Fake News in Form von Videos, WhatsApp-Sprachnachrichten oder weitergeleiteten Texten helfen folgende Seiten:

– Faktenfinder der ARD: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/

– Mimikama – Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch: https://www.mimikama.at/

– BILDblog: https://bildblog.de/

Habt Verständnis dafür, dass es hier vorerst keine Neuigkeiten zu lesen geben wird, weil wir uns nicht weiter zu Dingen äußern möchten, die andere besser beurteilen können. Achtet auf euch und eure Mitmenschen – Bleibt gesund!

Alles andere kommt zu gegebener Zeit!

Castaways Ultras

Castaways Ultras informieren

Nachfolgend dokumentieren wir einen Text aus dem Möwenschiss der Castaways und
bedanken uns für dessen Bereitstellung. Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin, dass
weiterhin keine Kommunikation mit den anonymen Händlern stattgefunden hat oder diese
gar eine Übereinkunft mit uns getroffen haben, wie diese Euch nun teils suggerieren
wollen, um sich weiterhin auf Eure und unsere Kosten zu bereichern.

AUS LIEBE ZUR KUNST UND ZUM FUSSBALL!?

Wohl eher aus Liebe zur Kohle! Worum es geht? Um Internetseiten wie „Hafenstadt040“
und andere, die wie Unkraut aus dem Boden sprießen, doch alles der Reihe nach:

Hauptsache HSV-Sticker, oder!?

Grundsätzlich ist es cool, wenn sich HSV-Fans Gedanken darüber machen, wie man auf
Aufklebern die Raute, die Nordtribüne und den HSV bestmöglich repräsentieren kann:
Verschiedenste blau-weiß-schwarze Grüße an Mülleimern, Toiletten oder Laternen, auf
Rasthöfen, Bahnhöfen oder an Sehenswürdigkeiten – weiter so, mehr davon!
Allerdings macht es einen Riesenunterschied, was das für Aufkleber sind und von wem die
stammen: Wenn sich HSVerinnen und HSVer dazu entscheiden, zum Selbstkostenpreis
ihre eigenen Motive zu produzieren, mit der Absicht, ihre Straßen, Bezirke und Landkreise
zu verschönern, dann ist das ohne Frage eine Top-Sache. An dieser Stelle übrigens der
Hinweis: Wer Hilfe bei Erstellung und Bestellung von Aufklebern für seinen eigenen
Fanclub braucht, darf gern am CA-Infostand vorbeischauen oder sich per Mail bei uns
melden, damit ihr nicht länger auf solche Internet-Händler angewiesen seid!

Wo ist dann das Problem mit solchen Seiten oder Verkäufern?

Anders sieht es aus, wenn Leute damit gewerbsmäßigen Handel betreiben, über
Instagram oder dubiose Facebook-Profile. Hinter der Instagram-Seite „Hafenstadt040“
verbirgt sich z.B. ein Unternehmen namens „Highlander Fanmaterial“ mit Sitz irgendwo in
Brandenburg. Dieses Unternehmen wirbt mit dem Slogan „Aus Liebe zur Kunst und zum
Fußball – Hundert Prozent Selfmade“. Auf den ersten Blick ja total gut: Aus der Szene für
die Szene – Was will man mehr? Beim zweiten Blick auf die Seite wird aber deutlich, dass
das die erste von mehreren Lügen ist:

Lüge Nummer 1: „Hundert Prozent Selfmade“. Neben HSV-Sachen findet man auch
Sachen von Gelsenkirchen und Frankfurt. Früher waren sogar noch mehr Städte dabei, u.
A. Köln. Somit ist klar, dass sie überhaupt keine Verbindung zum HSV haben, sondern
einfach den HSV und uns Fans ausnutzen wollen, um Kohle zu machen. Kann sein, dass
die Sachen selbst erstellt sind. Weil da aber die verschiedensten Vereine vertreten sind, ist
es eher seelenlose Fließbandarbeit!

Lüge Nummer 2: Die beworbene Liebe zur Kunst. Die kann man auch getrost vergessen.
Schließlich sind die Motive weder künstlerisch besonders kreativ noch besonders
individuell. Ganz im Gegenteil: Diese Seiten kopieren völlig ohne Absprache einfach
Begriffe wie „Nordtribüne Hamburg“ und bedienen sich an den Fotos der Nordtribüne oder
dem Supporters Club, für ihre Sticker – ohne um Erlaubnis zu fragen!

Lüge Nummer 3: In aller Deutlichkeit: Diese Seiten stehen in keinerlei Verbindung zur
organisierten und aktiven Fanszene, sie schaden der Fanszene sogar ganz massiv! Die
Betreiber behaupten stattdessen, dass sie in der aktiven Szene bekannt wären,
regelmäßig in unserer Nähe stehen, bzw. „zu Gast“ wären und lediglich „Blicke
bekommen“ – stimmt nicht! Diese Betreiber und deren Sticker sind bei uns nicht
erwünscht, schon gar nicht als Gäste und würden mehr als nur Blicke von der aktiven
Szene bekommen! Das ist wohl auch der Grund dafür, dass z.B. Köln- und Dortmund-
Sticker aus dem Shop wieder verschwunden sind: Keiner braucht die, keiner will die!

Lüge Nummer 4: Frecherweise behaupten diese Seiten, sie würden damit den Leuten
einen Gefallen tun, die nicht alt genug sind, um selbst ins Stadion zu gehen und Sticker an
den Infoständen zu kaufen. Blöd nur, dass man für einen Einkauf in deren Online-Shop
auch eine Kontoverbindung oder ein PayPal-Konto haben muss – wofür man auch
volljährig sein muss. Das Argument entkräftet sich selbst und ist kompletter Schwachsinn!

Lüge Nummer 5: „Ausverkauft!“ – Die Seiten nutzen genau die gleiche Masche wie
Viagogo oder Supreme: Die Verkäufer machen ihre eigentlich total langweiligen Produkte
interessant, indem sie nur begrenzt zur Verfügung gestellt werden. Dadurch, dass die
Sticker dann ab und zu „ausverkauft“ sind, sollen sie noch interessanter wirken, weil sie so
selten sind.
Insbesondere bei Sammelfüchsen zieht diese Methode leider immer wieder. Lasst euch
gesagt sein: Wenn die Betreiber wirklich daran interessiert wären, euch mit Stickern zu
versorgen, würden sie wieder für Nachschub sorgen, anstatt die Sticker künstlich knapp zu
halten!

Warum schaden diese Seiten der aktiven Fanszene denn genau? Die aktive Szene
verdient doch selbst Geld damit?

Es ist völlig unklar, wo das Geld landet, was diese Unternehmen mit den Fans verdienen.
DAS ist der riesengroße Unterschied: Wenn ihr Sticker im Stadion kauft, könnt ihr euch
sicher sein, dass 100% unserer Einnahmen wieder zurück in die Kurve fließen: Um neue
Sticker oder Merchandise-Artikel bestellen zu können. Zu guter Letzt auch um
Choreografien bezahlen zu können. Gerade Choreografien (z.B. die Ganzstadion-Aktion
gegen Hannover oder die Derby-Choreos) kosten schnell mal mehrere Tausend Euro. Wir
nutzen neben den Spendenaufrufen auch den Verkauf von Aufklebern oder Shirts dazu,
euch selbstgemachte Artikel anzubieten, mit deren Kauf ihr etwas zu Choreos beitragen
und zurückgeben könnt. Bei Hafenstadt040 ist völlig unklar, in wessen Tasche das Geld
fließt, was damit passiert, wozu ihr beitragt oder wer sich damit eine goldene Nase
verdient.
Das Ganze ist übrigens nicht nur auf Aufkleber beschränkt. Bei Shirts, Schals und anderer
Kleidung, die bewusst an Szene-Kleidung angelehnt ist, ist das Ganze übrigens noch
schlimmer. Es ist leider immer noch nicht allen Leuten bewusst, auf welche Regeln man
sich einlässt, wenn man solche Artikel kauft. Insofern ist es dann doppelt bitter, unsere
Farben in fremden Händen zu sehen, die dann nicht einmal der aktiven Szene
entstammen, sondern von x-beliebigen Internetshops einfach per Versand an x-beliebige
Käufer geschickt werden.

Ja gut, wie kann ich als einzelner Fan in dieser Angelegenheit helfen?

In diesem Sinne: Helft dabei, solchen geldgeilen Haien das Wasser abzugraben! Ignoriert
diese Shops, die sich nur durch freche Lügen und dreiste Kopien überhaupt halten
können. Support your local Dealer – Wir sehen uns in Ebene 4, hinter 28C, wo verschiedene Gruppen und Kreise ihre Motive anbieten. Da ist sicher auch was für euch
dabei.