Öffentlichkeitsfahndung nach Fußballfans

Zur großen Enttäuschung von Boulevard und Polizei verlief das Derby ohne, dass Hamburg in Schutt und Asche gelegt wurde. Gerade bei der Polizei Hamburg konnte man den Eindruck gewinnen, dass im Vorfeld kein Mittel zu absurd war. Seit letzten Freitag werden mittels Öffentlichkeitsfahndung 17 Fußballfans gesucht, die im Verdacht stehen am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim Spiel Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach schweren Landfriedensbruch begangen zu haben. Zum Ende des Spiels wurde auf der Nordtribüne Pyrotechnik gezündet und teilweise in den Innenraum geworfen.

Eine Öffentlichkeitsfahndung wird üblicherweise bei Straftaten durchgeführt, bei denen ein gesteigertes öffentliches Interesse vorherrscht. Ob dies in diesem Fall zutrifft, darf mindestens angezweifelt werden, da völlig unklar ist, ob die auf den Bildern gezeigten Personen tatsächlich eine Straftat begangen haben. Welche Absicht dahinter steckt, die Öffentlichkeitsfahndung genau zwei Tage vor dem Derby gegen den Stadtrivalen zu starten, kann nur gemutmaßt werden.

Eigentlich ist es schwer nachzuvollziehen, dass die Polizei nach Fußballfans öffentlich fahnden muss, kann sie doch davon ausgehen, diese bei Spielen ihrer Mannschaft im Stadion anzutreffen.
Fußballfans werden an den öffentlichen Pranger gestellt. Dies kann für die Betroffenen, die nach wie vor nur unter Verdacht stehen, mit vielen negativen Auswirkungen verbunden sein, sei es am Arbeitsplatz oder in der Schule. Wir geben zu bedenken, dass zwei der bisher identifizierten Fans minderjährig sind und dies bei Betrachtung der Bilder mindestens anzunehmen war. Das erweckt den Anschein, dass bei der Entscheidung über die Veröffentlichung keine Einzelfallabwägung stattgefunden hat.

Die vom G20-Gipfel bekannte Technik wird nun also auch auf Fußballfans angewendet. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Kriminalisierung von Fußballfans. Müssen wir uns in Zukunft daran gewöhnen, dass auf Fahndungsfotos statt Terroristen Fußballfans abgebildet werden?

Wir hoffen, dass alle Betroffenen anwaltlichen Rat suchen.

Fanhilfe Nordtribüne

Frauen, Fans, Fußball – Über die Situation beim HSV

 

 

Im Rahmen der Ausstellung „Fan.Tastic Females – Football Her.Story“ organisiert das Netzwerk Erinnerungsarbeit am Donnerstag, den 4.10.2018 eine Veranstaltung über Frauen beim HSV. Wie ist die Situation bei uns? Welche Entwicklungen nehmen sie wahr? Haben sie Erfahrung mit Diskriminierung und Zurückweisung als Frauen beim HSV gemacht und wenn ja, welche Strategien haben sie dagegen entwickelt? Welche Wünsche haben sie an unseren Verein und die Fanszene?

Diese und weitere Punkte diskutieren:

Geneviève Favé (HSV-Fanprojekt)

Nicola Menke (Leitung der HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“)

Paula Scholz (Nordtribüne Hamburg, Netz E)

Julia Zeyn (Referentin Koordinationsstelle Fanprojekte, Promotionsstipendiatin FH Potsdam zum Thema „Politische Praktiken in der Fußballfanszene“).

Moderiert wird die Veranstaltung von Nicole Selmer (Journalistin, Ballesterer Fußballmagazin).

Ort: Klabauter Theater Hamburg, Jungestraße 7a, Nähe S-Bahn Berliner Tor

Zeit: Donnerstag, 4.10.2018, 18 Uhr

Eintritt frei

Ausstellungszeitraum: 23.09.-06.10.2018, HSV-Museum im Volksparkstadion (täglich 10-18 Uhr, an Heimspielen bis 15 Minuten vor Spielbeginn)

Teile der Ausstellung werden auch bei der Veranstaltung „Frauen, Fans, Fußball beim HSV“ gezeigt. Bitte bringt Kopfhörer und ein Smartphone mit QR-Funktion mit.

Link zur Facebook-Veranstaltung

Link zur Internetseite der Ausstellung

Neuer Termin – altes Motto

 

In Zeiten, wo sich der Fußball aufgrund von Mega Gehältern, Spieltagszerstückellungen oder der „Modernisierung“ des Produkts Bundesliga weiter von seiner Basis zu entfernen droht, sind Traditionen zum letzten Rückzugsort vieler Fans geworden und gewinnen immer mehr und mehr an Bedeutung. Traditionen zu pflegen, zu leben und zu zeigen, sind das, was die einzigartige Fankultur in Deutschland ausmacht!

Um ein Stück Tradition zurück ins Stadion zu tragen rufen wir alle HSVer zum nächsten Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden dazu auf ihre schönsten und ältesten Schmuckstücke vergangener Tage aus dem Kleiderschrank hervor zu kramen, um im Gästeblock ein einheitliches Bild in unseren Vereinsfarben abzugeben. Lasst also neugeschaffene, vermeintliche Trendtrikots in Pink im Schrank, streift euer Lieblingstrikot über und macht euch auf den Weg nach Dresden zur ersten Pflichtspielbegegnung mit der SGD seit auf den Tag genau 15 Jahren!

Am 18.09. alle im Vereinstrikot nach Dresden!