Statement der aktiven Gruppen der Nordtribüne Hamburg

Moin HSV-Fans,

wieder einmal liegt eine Saison voller Höhen und Tiefen hinter uns. Packende Siege, die wir nur zu gerne im Stadion miterlebt hätten, und die langersehnte Rückkehr ins Stadion als aktive Fanszene lassen uns durchaus positiv auf das vergangene Jahr zurückblicken. Trotz eines mitreißenden Schlussspurts, der gezeigt hat, wie viel Potential in unserer jungen Mannschaft steckt und dass es sich lohnt bis zuletzt an sich zu glauben, hat es in der Relegation am Ende leider wieder nicht gereicht. Nun also ein weiteres Jahr 2. Liga.

Wir blicken dabei optimistisch auf die kommende Spielzeit und obwohl Mannschaft und sportliche Leitung den Aufstieg als Ziel ausgerufen haben, sollte allen klar sein, worauf es auch in dieser Saison am Ende wirklich ankommt: Leidenschaft, Kampf und Geschlossenheit. Wir wollen die Mentalität aus den letzten Spielen der Vorsaison vom ersten bis zum letzten Spieltag auf dem Rasen sehen und die Saison mit genau diesen Werten als Einheit mit unserer Mannschaft bestreiten! 

Auch abseits des Platzes muss dieser Zusammenhalt spürbar sein. Unrealistische Erwartungshaltungen, Grabenkämpfe in den Führungsetagen und mediale Unruhen sollen den HSV nicht länger belasten, sondern der Vergangenheit angehören. Niemand ist größer als unser Verein!

Gradmesser für die Erfüllung unserer Erwartungen werden auch in diesem Jahr die Spiele gegen die ewige Nummer Zwei der Stadt sein, die nach ihrem kurzzeitigen Höhenflug nun auch wieder etwas unsanft auf dem Boden der Tatsachen angekommen sein sollte. Lasst uns gemeinsam keine Zweifel daran aufkommen lassen, wer in dieser Stadt auch in Zukunft das Sagen haben wird!

Wir haben der Mannschaft bereits persönlich zugesichert, dass wir sie auf den Rängen mit derselben Leidenschaft unterstützen werden, die wir auch von ihr erwarten. Gemeinsam für unsere Farben. Gemeinsam für unsere Stadt. Auf geht’s HSV!

 Die aktiven Gruppen der Nordtribüne

Die neue Partnerschaft beim HSV

Moin Nordtribüne,

erinnert Ihr Euch noch an die Textreihe Ende 2020? Falls nicht, dann gibt’s hier nochmal eine kurze Zusammenfassung. Wir haben im Wochenrhythmus vier Texte in Anlehnung an die Thematik „Zukunft Profifußball“ veröffentlicht. Die Resonanz war großartig, die Hamburger Presse kam auf uns zu, Mitglieder gaben positives Feedback und wie der Flurfunk es vermitteln ließ, waren auch viele Personen beim HSV davon begeistert. Einiges ist seitdem auch passiert, unter anderem wurden interessierte Personen bei bestimmten Themen mit eingebunden – wir begrüßen diese Art und Weise der Zusammenarbeit und freuen uns auf mehr. Dennoch muss angenommen werden, dass der HSV ein Kernthema dieser Textreihe komplett vergessen hat – und zwar das Thema Nachhaltigkeit neben dem Platz. Das lassen wir uns nicht gefallen und analysieren den neuen Partner vom HSV und dem Hamburger Weg. Wir maßen uns nicht an, schlauer als viele renommierte Expert:innen zu sein, jedoch ist die Klimakrise nicht von der Hand zu weisen. Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit mit einem Konzern, der in den letzten Jahrzehnten einen enormen Anteil dazu beigetragen und genauso enorm daran verdient hat, nicht tragbar.

Neuer Partner? Ja genau, still und heimlich hat der HSV am 16.06.2022 auf der Webseite bekannt gegeben, dass der HSV und der Hamburger Weg in Zukunft mit der Shell Deutschland GmbH zusammenarbeiten werden, sprich: sich sponsern lassen. So soll gegenseitig voneinander profitiert werden, die Gesellschaft positiv geprägt und gemeinsam in die Zukunft gegangen werden. Der HSV baut vor allem auf die Kompetenzen im Bereich Energie und Mobilität. Von Seiten Shells soll die Dekarbonisierung im urbanen Raum der Stadt Hamburg vorangetrieben werden. Der HSV wird dabei als lokaler Partner gesehen, der diesen Prozess beschleunigen soll.

Weiter heißt es in dem Text, dass Shell bis 2050 ein Netto-Null-Emissionsunternehmen sein möchte. Die schwarze Null, so schön sie auf den ersten Blick auch sein mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als dreiste Greenwashing-Aussage und es macht uns stutzig, dass diese leicht als solche enttarnbaren Phrasen 1:1 vom HSV übernommen werden. Warum?

Kurz gesagt: Shell schönt die eigene Netto-Null-Rechnung und bezieht nur die sogenannten Scope 1 und 2-Emissionen mit ein. Also solche, die bei Herstellung, Aufbereitung und Bereitstellung des Kraftstoffs anfallen. Der größte Anteil, der beim Verbrennen, also durch das Autofahren, entsteht, wird dabei entgegen mehrerer Gerichtsurteile einfach ignoriert. Doch dazu weiter unten mehr. Insgesamt fehlt es der blumigen Pressemitteilung mit weichen Worten an konkreten Inhalten, sodass wir folgende Fragen haben:

  • Welche Ziele will Shell mithilfe dieser Partnerschaft erreichen? Das bloße Aufzählen von Schlagworten „Ladesäuleninfrastruktur, Elektroauto-Abo oder Strom und Gas aus alternativen Energien“ ersetzt jedenfalls keine Zielsetzung.
  • Ebenso wenig wie ein Ziel werden Mittel oder Wege dieser Partnerschaft detailliert aufgezeigt. Wenn schon nicht klar ist, was durch diese Partnerschaft erreicht werden soll, sollte im Sinne der Glaubwürdigkeit und der Transparenz wenigstens klar werden, wie genau zur Dekarbonisierung beigetragen werden soll?
  • Zu guter Letzt: Wie genau soll der HSV-Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende aussehen? Kriegt Shell das nicht auch ohne den HSV hin?

Die Pressemitteilung in ihrer jetzigen Fassung lässt leider keinen anderen Schluss zu, als dass sich der HSV für eine schöne Greenwashing-Kampagne nutzen und bezahlen lässt.

Der Shell-Konzern – ökologische Nachhaltigkeit?

Denn es ist auch so, dass die Shell Deutschland GmbH die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen Mineralölkonzerns Royal Dutch Shell ist und somit mittelbar an den vielen Umweltkatastrophen der Vergangenheit und anderen fragwürdigen Geschehnissen verantwortlich ist. Die Shell Deutschland GmbH hat im Jahr 2020 einen Umsatz von 13 Milliarden in ihren Büchern verbuchen dürfen.[1]

Diese haben ihren Ursprung vorwiegend in der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten im Energiesektor, worunter auch die erneuerbaren Energien und Wasserstofferzeugnisse fallen dürften. Allerdings in verschwindend geringem Anteil. Ganze 50 Ladesäulen im kompletten Bundesgebiet[2] (2019, aktuellere Daten Fehlanzeige) sind nicht mehr als ein symbolischer Tropfen auf den heißen Stein. Denn bekannt ist Shell vor allem durch den Handel mit erdölbasierten Kraftstoffen und dem Betrieb von Tankstellen, womit wir auch bei dem größten Kritikpunkt wären:

Der Konzern ist für mehrere Umweltkatastrophen verantwortlich, am bekanntesten ist wohl die Ölpest im Nigerdelta aus dem Jahr 1960, die bis heute andauert und bereits 408.000 Tonnen Rohöl und raffinierte Produkte freigesetzt hat. Das rücksichtslose Vorgehen von Shell zielt darauf ab, Pipelines bis zur Schrottreife zu nutzen, Umweltauswirkungen kleinzurechnen, das nächste Ölleck bewusst in Kauf zu nehmen und das Ganze obendrein abzustreiten.[3] Auch die Eigenaussage von Shell Deutschland GmbH, im Jahr 2050 ein Netto-Null-Emissionsunternehmen sein zu wollen, ist fragwürdig. Zumal ein Gericht erstinstanzlich in Den Haag im Jahr 2021 dem niederländischen Mutterkonzern mit auf den Weg gab, seine CO2-Emissionen schon bis 2030 um 45% senken zu müssen und die oben bereits angesprochenen Scope-3-Emissionen miteinzubeziehen. Andere Öl-Multis machen Shell bereits vor, wie Scope-3-Emissionen berücksichtigt und konkrete Maßnahmen benannt werden können. Was diese Konkurrenten natürlich nicht heiligspricht, aber dafür Shell umso mehr entlarvt.[4] Denn Shell wird für den Ausstoß von 31,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Zeitraum 1965 – 2019 verantwortlich gemacht, wodurch sie auf Platz 7 landeten. Es gibt also weltweit nur 6 Unternehmen, die in der Vergangenheit noch mehr zum Treibhauseffekt beigetragen haben als Shell.[5]

Zynisch zusammengefasst, ließe sich sagen, dass selbst die HSV-Mitgliedschaft gar nicht so viele „Run For The Oceans“-Kilometer erlaufen könnte, um wettzumachen, was Shell in den letzten 60 Jahren schon angerichtet hat, künftige Schäden noch gar nicht miteingerechnet. Als bittere Ironie empfinden wir die Tatsache, dass sich auch der Hamburger Weg als Stiftung zu Shell ins Boot setzt und die Partnerschaft mitträgt. Denn der Hamburger Weg veranstaltete bereits in der Vergangenheit Workshops für Schulklassen zum Thema Nachhaltigkeit im Stadion.[6] Dass diese Aktionstage nun indirekt mitgefördert werden sollen, von einem Konzern, der durch Urteile nach zähen und mehrjährigen Gerichtsprozessen an die eigenen Pflichten und Beiträge zur Energiewende erinnert werden muss, ist ein massiver Glaubwürdigkeitsverlust.

Der Shell-Konzern – soziale Nachhaltigkeit?

Obwohl die ökologischen Argumente mehr als ausreichend sind, ergeben sich auch auf sozialer Ebene massive Kritikpunkte: Denn uns allen dürfte das aktuelle Thema ein Dorn im Auge sein – der Tankrabatt in Höhe von 35 Cent je Liter, um die Verbraucher:innen zu entlasten. Davon sollen im Durchschnitt nur ca. 10 Cent angekommen sein. Die Ölkonzerne, und somit auch Shell, konnten ihre Margen dagegen um etwa 25 Cent je Liter steigern, die direkt in den Kassen von Shell versickern.[7]

Der Shell-Konzern saß im damals größten Korruptionsprozess aller Zeiten auf der Anklagebank.[8] Außerdem kam es in Den Haag zu einer Anklage gegen Shell wegen rechtswidriger Festnahmen, Inhaftierungen und Hinrichtungen, durchgeführt vom nigerianischen Militär, im Auftrag von Shell.[9]

Diese Liste ließe sich problemlos noch weiter fortführen, aber folgender Punkt ist jetzt schon deutlich geworden: Nämlich, dass der HSV nicht von diesen dreckigen Geschäftspraktiken profitieren darf.

Der Shell-Konzern – finanzielle Nachhaltigkeit?

Ein Blick auf die Jahreshauptversammlung 2022 zeigt, dass sogar die eigenen Aktionäre, also jene, die von dem schmutzigen Geschäft profitieren, Druck aufbauen und verbindliche Zusagen für den Klimaschutz fordern, auch wenn es bedeutet, dann selbst weniger Geld daran zu verdienen.[10]

Wenn also nicht mal mehr die eigenen Anteilseigner Vertrauen in das Geschäftsmodell von Shell haben, fragen wir uns, wo der HSV dieses Vertrauen hernimmt und wie die Fans dieses Vertrauen haben sollen?

Fazit: Es gibt unzählige Belege, die zeigen, dass der Shell-Konzern in der Vergangenheit einen erheblichen Beitrag zur Klimakrise geleistet hat, die Profite in schwierigen Zeiten auf den Rücken der Bevölkerung steigert und dafür notfalls auch über wortwörtlich Leichen geht. Das ist absolut kein Unternehmen, das wir im Zusammenhang mit dem HSV sehen oder lesen wollen. Wir fordern, dass der HSV umgehend von dieser Partnerschaft zurücktritt.

Unser Volksparkstadion ist keine Image-Waschmaschine für Öl-Konzerne!

Förderkreis Nordtribüne e.V. im Juni 2022

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/496033/umfrage/umsatz-der-shell-deutschland-oil-gmbh/

[2] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/elektromobilitaet-shell-startet-den-bau-von-e-ladestationen-auf-tankstellen-/24328880.html

[3] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oelkatastrophe-in-nigeria-shells-schande-1.2293186

[4] https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/benzinpreise-oel-statt-oeko-die-renditegier-der-tankstellenkonzerne-a-f5069052-a121-4745-a305-b6a3c7723842

[5] https://www.theguardian.com/environment/2019/oct/09/revealed-20-firms-third-carbon-emissions

[6] https://www.hsv.de/unser-hsv/die-hsv-stiftung-der-hamburger-weg-1/klassenzimmer/aktionstage/nachhaltigkeit

[7] https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/tankrabatt-benzin-preis-konzerne-gewinn-kritik-100.html

[8] https://www.dw.com/de/%C3%B6l-firmen-vor-gericht-schmutzige-gesch%C3%A4fte-in-nigeria/a-42806184

[9] https://www.dw.com/de/verbrechen-in-nigeria-shell-vor-gericht/a-47476224

[10] https://www.theguardian.com/business/2021/may/18/shell-faces-shareholder-rebellion-over-fossil-fuel-production 

Mitgliederversammlung: Der HSV braucht Veränderung 2.0

Nachfolgend dokumentieren wir einen Text der Initiative Unser HSV:
Rund neun Monate nach der letzten Mitgliederversammlung des HSV, findet am kommenden Mittwoch, den 22.06.2022 die nächste ordentliche Mitgliederversammlung unseres Vereins statt. Gleichlautend zum letzten Jahr könnte auch der Titel dieses Textes nicht passender sein – der HSV braucht Veränderungen, und zwar weitreichendere als die bisher vorgenommenen. Gerne möchten wir an dieser Stelle nochmal ausdrücklich auf die DFL Taskforce Zukunft Profifußball mit ihrem Ergebnisbericht hinweisen. Außerdem bieten die Initiativen „Unser Fußball“ sowie „Zukunft Profifußball“ viele Anregungen für einen Fußball von morgen.
Die notwendigen Veränderungen beim HSV betreffen jedoch nicht nur den HSV e.V. oder die HSV Fußball AG samt aller Gremien, Vorstände, Mitarbeiter*innen sowie Sponsoren & Partner, sondern uns alle – Mitglieder, Ehrenamtliche, Fans & Sympathisanten. Es ist an der Zeit den Fußball und den HSV neu zu denken!
Sommer 2021 war für uns der Startschuss den Veränderungsprozess beim HSV mit anzuschieben, zu begleiten und zu beobachten. Beispielsweise wurden von zwei Mitstreitern unserer Initiative Anträge zum Thema Rechtsform und Nachhaltigkeit eingereicht. Gerne hätten wir euch an dieser Stelle zu beiden Anträgen mehr Einblicke gegeben, aber leider gibt es zu beiden Projekten nach mehreren Monaten keine konkreten Ergebnisse. Hier hätten wir uns im Herbst letzten Jahres mehr Dynamik gewünscht. Im August werden wir uns, dann 12 Monate nach Antragsstellung, an dieser Stelle mit einem Zwischenfazit ausführlicher melden.
Anders als bei den beiden Anträgen ist im HSV-Kosmos seit der letzten Mitgliederversammlung durchaus einiges passiert. Ein Vorstandsmitglied hat den HSV verlassen, der Aufsichtsrat wurde reformiert und aus deren Personenkreis ein neuer Vorstand interimsweise entsandt. Zudem wurden neue Sponsoren akquiriert, Partnerschaften geschlossen und auch im sportlichen Bereich zeigte der HSV ein anderes Gesicht. Nachdem der Aufstieg in der Relegation knapp verpasst wurde, verfällt der HSV in diesem Sommer anscheinend nicht in alte Verhaltensmuster, sondern versucht sein Grundgerüst Saisonübergreifend zu halten. Vergleichen wir jedoch den HSV heute mit dem vor zwei Jahren, so scheint in vielen strukturellen Bereichen die Entschlossenheit zu fehlen, den HSV authentisch und ernsthaft verändern zu wollen. An dieser Stelle würden wir gerne an die Texte des Förderkreis Nordtribüne e.V. aus dem November 2020 erinnern. Dort wurden bereits viele Anregungen zu den Themen Gesellschaftliche Verantwortung, Einfluss von Investoren und Nachhaltiges Wirtschaften gegeben und kritisch Stellung bezogen.
Um beim HSV den Veränderungsprozess seit der letzten Mitgliederversammlung genauer einzuschätzen, fehlt jedoch an manchen Stellen die Transparenz. Wir hätten uns sehr gewünscht, dass das Programm „Vereint 2025“ vom Präsidium auf den Kanälen des HSV veröffentlicht worden wäre, um die bisherigen Vorgänge und weitere mögliche Schritte besser einordnen zu können. Viele der geplanten Maßnahmen, Neuordnungen und Prozesse bleiben bisher offen. Beispielsweise ist bisher weder die Rolle des Expertengremiums bekannt, noch deckt der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG alle notwendigen und angekündigten Kompetenzen ab. Wir erinnern uns, dass sich das Präsidium auf der letzten Mitgliederversammlung dafür aussprach, im AG-Aufsichtsrat alle relevanten Kompetenzen und Interessen (z.B. Finanzen, Marketing, Recht, Nachhaltigkeit und vor allem aber Fankultur) abzudecken. Welche Kompetenzen im Einzelnen durch wen abgedeckt werden und an welchen Stellen diese grundsätzlich gute Idee noch nicht umgesetzt wurde, können wir mangels Unterlagen zu „Vereint 2025“ nicht endgültig bewerten, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Trotzdem stellen wir gegenwärtig fest, dass die angekündigte Kompetenz Fankultur weiterhin im Aufsichtsrat nicht abgedeckt wird.
Gleichwohl erkennen wir beim derzeitigen Präsidium ein konsequentes Bestreben den HSV zu reformieren, was auch uns nicht verborgen bleibt und was wir durchaus anerkennen. Wenn Barrieren weiter aufgebrochen und Synergien genutzt werden, können wir gemeinsam noch viel bewegen.
Zum Schluss würden wir gerne noch inhaltliche Einschätzungen zur kommenden Mitgliederversammlung abgeben. Auf der Tagesordnung finden sich nämlich ein paar durchaus interessante Anträge wieder.
Durchaus irritiert haben wir den Antrag von Rainer Ferslev aufgenommen. Dieser beantragt, die Umwandlung der AG in eine KgaA nach Vorbild des BVB vorzubereiten und einzuleiten, um nächstes Jahr ein fertiges Konzept zu haben, über das dann abzustimmen wäre. So sehr wir auch die Bemühungen und das Interesse an einer strukturellen Reform begrüßen, so wenig können wir diesen Antrag verstehen mit Blick und Verweis auf die tagende Arbeitsgruppe zum Thema neue Rechtsform der HSV Fußball AG. Wir haben auf der vergangenen Mitgliederversammlung beantragt, dass eine Arbeitsgruppe die jetzige Struktur mit möglichen Alternativen vergleichen und prüfen möge, ob es besser geeignete Rechtsformen gibt.
Wir appellieren hier eindringlich, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abzuwarten und eine ergebnisoffene Debatte zu ermöglichen. Dem Antrag von Herrn Ferslev zuzustimmen, würde bedeuten, sich bereits auf eine konkrete Rechtsform festzulegen, indem diese vorbereitet werden soll, noch bevor es Erkenntnisse aus der Arbeitsgruppe dazu geben konnte. Zu erwähnen hierbei ist noch, dass ein KgaA-Antrag bereits in Vergangenheit in ähnlicher Form eingereicht wurde, aber keine Mehrheit erzielen konnte. Zusätzlich hat das überstürzte 1:1-Kopieren der Rechtsform und -struktur erfolgreicher Vereine bereits in der Vergangenheit zu tiefen Gräben und Zwietracht in der Mitgliedschaft geführt. Eine Wiederholung von 2014 wollen wir unbedingt vermeiden und die beste Rechtsform für unseren HSV finden, unabhängig von anderen Vereinen. Diesen Antrag lehnen wir demzufolge ab und plädieren dafür, nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen zu wollen.
In dem Antrag von Herrn Hunke, den Verkauf weiterer AG-Anteile an die Ligenzugehörigkeit zu koppeln, sehen wir das Bemühen, im Falle eines weiteren Anteilsverkaufes einen möglichst guten Preis zu erzielen. Grundsätzlich stehen wir Anteilsverkäufen kritisch gegenüber, besonders an Einzelpersonen in Kombination mit der Vergabe von Posten und Ämtern. Demnach finden wir es zwar gut, wenn die Hürden für Anteilsverkäufe erhöht werden sollen. Allerdings setzt Herr Hunke mit seinem Antrag gewissermaßen voraus, dass die AG als Rechtsform erhalten bleiben wird. Wir verweisen erneut auf die Arbeitsgruppe, die 2021 von der Mitgliedschaft beauftragt wurde, die Rechtsform zu prüfen. Abschließend möchten wir Zweifel an der rechtlichen Grundlage äußern, die vermutlich auch die Verbindlichkeit eines solchen Antrag aufweichen würde, sodass wir uns auch gegen diesen Antrag aussprechen.
Auch wenn wir mit einigen gestellten Anträgen inhaltlich nicht übereinstimmen, so freut es uns dennoch, dass der HSV auf die Menschen und aktiven Mitglieder nach wie vor eine Faszination ausübt und auch weiter die Menschen von nah und fern bewegt. Umso unverständlicher ist für uns, dass die Mitgliederversammlung, immerhin höchstes Organ unseres Vereins, auf einem Mittwochabend stattfindet. Die misslungene Ansetzung dürfte dazu beitragen, dass die Zahl der anwesenden Mitglieder einen Tiefstand erreichen könnte. Die oft vom HSV beschriebenen Attraktivitätssteigerung der Mitgliederversammlung wird so garantiert nicht erreicht – Ganz im Gegenteil: Die aktive Teilnahme an der MV wird dadurch erschwert. Das Argument, dass es keine andere Möglichkeit gegeben habe, können wir in Anbetracht des jährlich stattfindenden Termins überhaupt nicht nachvollziehen. Wir hoffen, dass diese Ansetzung einmalig bleibt und dass künftige Mitgliederversammlungen wieder wie gewohnt an einem Wochenendtermin stattfinden.
Kommt alle zur Mitgliederversammlung am 22.06.22, sie ist das höchste Organ im HSV!
Initiative Unser HSV im Juni 2022

6. JUNI – HSV BARMBEK-TAG

PFINGSTMONTAG IM ZEICHEN DER RAUTE: RUND UM DAS LOTTO-POKALFINALE DER HSV-FRAUEN WIRD ES EINEN HSV-TAG IN BARMBEK GEBEN.

Am Pfingstmontag, 6. Juni (16 Uhr), treffen die Regionalliga-Fußballerinnen des Hamburger SV im Finale des Hamburger Landespokals auf den Oberliga-Meister Eimsbütteler TV. Anpfiff im Stadion an der Dieselstraße ist um 16.00 Uhr. Anlässlich des Spiels laden wir alle HSV-Fans nach Barmbek ein. Im Rautenkiez gibt es zahlreiche Bars, Kneipen und Restaurants in unmittelbarer Nähe zum Barmbeker Bahnhof. Lasst uns in den Etablissements unseres Viertels entspannt in den Tag starten und anschließend gemeinsam den etwa 15-minütigen Fußweg in Richtung Stadion zu nehmen, um unsere HSV-Frauen zum Pokalsieg zu schreien.
Also kommt alle vorbei – ab 11 Uhr in den Kneipen und Bars rund um den Bahnhof Barmbek. Um 14.30 Uhr treffen wir uns dann am Bert-Kaempfert-Platz am Barmbeker Bahnhof zum gemeinsamen Marsch zum Stadion (Tickets gibt es nur an der Tageskasse).