Ten o’clock Postman bring me her letter

,,Ten o‘ clock postman make me feel better.‘‘ Ähnlich euphorisch wie in dem Hit der schwedischen New Wave Band Secret Service aus dem Jahr 1980, in dem ein Verliebter sehnsüchtig auf Post seiner Angebeteten wartet, muss sich der HSV die Reaktion seiner Auswärtsdauerkarteninhaber_innen auf Post von ihm vorstellen. Anders ist die Dreistigkeit von ihm nicht zu erklären, ab der kommenden Saison die Auswärtskarten bei Heimspielen nicht mehr von diesen am SC-Stand abholen zu lassen, sondern sie ihnen per Post zuzuschicken, wohlgemerkt mit einem Versandkostenpauschale pro Brief von 5€.

5€ für einen Standardbrief der Deutschen Post, der 0,70€ kostet (Anmerkung: auf alten HSV Briefumschlägen habe ich 0,85€ gefunden, dann wohl noch mit Versicherung). Bei 17 Auswärtsspielen sind das Mehrkosten von 85€, die die Treuesten der Treusten aufbringen müssen für etwas, was sie vorher nicht zahlen mussten. Begründen tut der HSV dies damit, dass die Versandkosten zur finanziellen Deckung der Kontrollen bei Auswärtsspielen dienen, ob die Dauerkarteninhaber*innen auch wirklich anwesend sind. Diese Kontrollen sind ein Schlag in das Gesicht aller Allesfahrer*innen, stellen diese sie unter Generalverdacht die Karten überteuert weiterzuverkaufen und auswärts nicht dabei zu sein. Diese Kontrollen hat es bisher immer gegeben, nun sollen sie aber auch noch von den Fans, die eh schon eine teure Auswärtsfahrt auf sich genommen haben, mitbezahlt werden.

Allen von uns ist bewusst, dass der HSV in einer finanziellen Misslage steckt, nicht erst seit der Spiegel Online (Ausgabe 51/2017) berichtet hat, dass HSV Mitarbeiter*innen zum Geburtstag keinen Blumenstrauß, sondern einen Gutschein für den eigenen Fanshop bekommen. Trotz dessen erstaunt immer wieder aufs Neue, was sich der HSV einfallen lässt, um auch noch den letzten Cent aus den Anhänger*innen rauszuquetschen. Auf der einen Seite wurde nach der letzten Saison ein großes Dankesbekenntnis des Vereins an seine treuen Fans an der Außenwand des Volksparkstadions angebracht, auf der anderen Seite gängelt der HSV seine Fans mit einer seit Jahren verfehlten Kartenpolitik. Aktuell ersichtlich an den Versandkosten für Auswärtsdauerkarteninhaber*innen, sowie der nicht einheitlichen Senkung der Heimdauerkartenpreise für die kommende 2. Liga Saison, von 19% bei den VIP-Dauerkarten bis zu nur 9% bei den Stehplatzkarten auf der Nordtribüne, wo die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass diese Fans ihre Dauerkarte verlängern, diese aber auch über den kleinsten finanziellen Spielraum verfügen. Fanaktionen wie z.B. ,,Kein Zwanni für nen Steher‘‘ haben sich in der Vergangenheit für faire Ticketpreise eingesetzt, trotz dieser Initiativen müssen die Auswärtsdauerkarteninhaber*innen dank der Versandkostenpauschale aber nun mindestens 20€ für ihre Karte zahlen.

Wie kann es sein, dass es nicht mehr die Möglichkeit geben soll die Tickets direkt beim SC-Stand abzuholen? Wie kommt der HSV auf die absurde Idee pro Kartensendung eine 5€ Pauschale zusätzlich zu erheben?

Dem HSV Ticketing ist bewusst, dass die HSV-DauerkartenInhaber*innen, vor allem jetzt in Liga 2, wo es Spiele gibt, zu denen es nicht viele Auswärtskarten geben wird, noch mehr auf die Auswärtsdauerkarten angewiesen sind. Allein für das Derby wird es schwer werden an genügend Karten zu kommen. Diese Abhängigkeit in dieser Form auszunutzen ist widerlich.

Wir, als Nordtribüne e.V, möchten auch die Fanbetreuung in diesem Fall nochmal ganz explizit ansprechen. Zu euren ureigenen Aufgaben gehört es die Positionen der Fans zu stärken und bei Problemen, die bei den Ticketbestellungen auftreten zu vermitteln. Deswegen erhoffen wir uns von euch, dass ihr in unserem Sinne diese absurde Fan- und Ticketpolitik anfechtet und euch mit dagegen stellt.

Wir fordern den HSV auf sein Konzept zu überdenken und weiterhin eine Hinterlegung der Auswärtskarten zu ermöglichen, damit es nicht zwangsläufig wie in einem Lied des King of Rock n‘ Roll Elvis Presley heißt, der in diesem Falle der HSV wäre, der auf seine verschickten Liebesbriefe nur die Antwort erhält: ,,Return to sender, address unknown, no such person, no such zone.‘‘

 

Hallo HSV-Fans !

Am kommenden Mittwoch, 09.05.2018, treffen sich um 18:87 im Sportpub Tankstelle (Gerhardstr. 7, 20359 Hamburg, Nähe Hans-Albers-Platz) wieder interessierte HSV´er, um sich um unseren Verein und die diversen Randerscheinungen in dessen Umfeld konstruktiv auszutauschen.

Als Gäste freuen wir uns Euch vorstellen zu können:

– Henrik Jacobs, HH Abendblatt HSV Resort

– Moritz, Vertreter Castaways Ultras

– Bernhard Peters, Direktor Sport HSV

Macht Euch also daher am Tag vor Vatertag auf dem Weg in die Tankstelle. Gutes Wetter, top Gäste und ein gekühltes Bier sind beste Vorrausetzungen für eine interessante Runde. Trotz und grade in dieser schwierigen Zeit!

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen. Euer Team Tankstelle !

Sicherheitskonzept nach Heimspielen

Nach dem wichtigen Sieg unseres HSV am vergangenen Sonnabend gestaltete sich das Verlassen des Stadions und seines Umfelds leider schwieriger als gewohnt. Grund dafür ist das neue Sicherheitskonzept der HSV Fußball AG und der Polizei Hamburg. Dieses besteht im Wesentlichen darin, Umläufe, Treppenhäuser oder etwa den Tunnel zum Stellinger Bahnhof zu sperren, und vor diesen Engpässen entsprechend große Menschenansammlungen zu produzieren. Trotz der fröhlichen und entspannten Stimmung nach dem Heimsieg führte dies zu mehreren Situationen, in denen die Stimmung zu kippen drohte, oder in denen sich Fans gezwungen sahen, sich andere Wege zu eröffnen, um dem gefährlichen Gedränge zu entgehen.

Wohlgemerkt bei einer Sachlage, die das komplette Gegenteil der Horrorszenarien war, für die dieses Konzept entwickelt worden ist. Sollten eben solche Szenarien am 12.05. tatsächlich nur im Entferntesten eintreten, sieht die Fanhilfe durch das am Wochenende zur Schau gestellte Konzept die Sicherheit der Zuschauer als nicht gewährleistet an. Um es deutlich zu sagen: Das Zusammenpferchen von Menschen, um diesen dann den Weg zu versperren oder diese durch Engpässe zu schleusen, ist kein Konzept, was der Sicherheit der Fans in irgendeiner Weise dienlich sein kann.

Zumindest dem Sicherheitsverantwortlichen des HSV sollten die Vorkommnisse im Zuge der Blocksperre 2010 in Bremen noch bekannt sein ( https://www.shz.de/sport/sportticker/massenpanik-hsv-fans-kritisieren-bremer-polizei-id2544956.html ).

Wir wollen so etwas nicht noch einmal erleben. Sofern die Verantwortlichen bei der HSV Fußball AG und der Polizei Hamburg diesen Wunsch teilen, fordern wir diese auf, ihr Sicherheitskonzept entsprechend anzupassen.

 

Für Rückfragen oder weitere Augenzeugenberichte sind wir
unter
unter fanhilfe@nordtribuene-hamburg.de zu erreichen.